Einwegkartons gehören zum gewohnten Bild von Pizza to go – doch ihre Zeit läuft ab. Sie verursachen nicht nur erhebliche Mengen an Müll, sondern gelten auch zunehmend als problematisch für Umwelt und Gesundheit. Aufgrund von Fett- und Speiserückständen müssen benutzte Kartons in den Restmüll und werden dort verbrannt – was nach ihrer kurzen Nutzung zusätzlich CO₂-Emissionen verursacht.
Hinzu kommt: In einigen Kartons wurden gesundheitlich bedenkliche Stoffe wie PFAS (sogenannte Ewigkeitschemikalien) (Quelle: ChemTrust) und BPA (ein hormonell wirksamer Weichmacher) (Quelle: BUND) nachgewiesen. Gefährliche „Ewigkeitschemikalien“ in Pizzakartons
Was PFAS für unsere Gesundheit bedeutet
PFAS sind eine Gruppe von mehr als 10.000 synthetischen Chemikalien, die wegen ihrer fett- und wasserabweisenden Eigenschaften seit Jahrzehnten auch in Pizzakartons eingesetzt werden. Das Problem: Sie bauen sich in der Umwelt praktisch nicht ab – daher der Begriff „Ewigkeitschemikalien". Im menschlichen Körper reichern sie sich an und stehen im Zusammenhang mit Immunschwäche, Hormonstörungen, beeinträchtigter Fruchtbarkeit und erhöhtem Krebsrisiko.*
Für Pizzerien ist das relevant, weil PFAS aus der Kartonbeschichtung direkt auf die Pizza übergehen können – und damit auf eure Kundschaft. Der regulatorische Druck wächst. Einige EU-Länder haben bereits Teilverbote eingeführt, ein EU-weites Verbot für PFAS in Lebensmittelverpackungen wird voraussichtlich 2026/2027 kommen.
Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, ganz einfach etwas zu tun: Nutze Mehrweg und vermeide PFAS-belastete Pizzakartons.
Noch ist Mehrweg freiwillig
Auch die Politik reagiert. Noch ist Mehrweg für Pizza freiwillig – aber nicht mehr lange. Mit der neuen EU-Verpackungsverordnung (PPWR) kommen klare Vorgaben. Bis spätestens Februar 2028 muss ein eigenes Mehrwegangebot bereitgestellt werden – ohne Aufpreis gegenüber Einweg.
Immer mehr gastronomische Betriebe setzen deshalb auf Mehrwegbehälter. Bereits teilnehmende Pizzerien zeigen eindrucksvoll, wie diese Umstellung gelingen kann – mit unterschiedlichen Systemen, aber einem gemeinsamen Ziel: weniger Abfall, mehr Bewusstsein und keine zusätzlichen Kosten für die Betriebe.
* Quellen (Auswahl):
Ingenieur.de: „Wie PFAS aus dem Pizzakarton das Immunsystem schwächen“ (2025)
BUND e.V.: PFAS – Ewigkeitschemikalien und Gesundheitsrisiken (2019)
Apotheken.de: PFAS bedrohen den Organismus (2025)
DW: PFAS in Trinkwasser und Lebensmitteln (2025)
Europäische Chemikalienagentur (ECHA): Evaluationsberichte PFAS-Regulierung (2024/25)
